Smarte Funkendetektion beugt Staubexplosionen in der Schüttgutindustrie vor

Komplettsysteme für intelligenten Explosionsschutz

IEP Atexon ist so konstruiert, dass ein einzelner Funkendetektor die gesamte Querschnittsfläche, beispielsweise eines Absaugrohres, erkennen und bei Bedarf ein Signal auslösen kann

Ein kleiner Funke reicht bereits aus, um bei industriellen Prozessen eine Staubexplosion mit gravierenden Folgen für Mitarbeiter und Produktionsanlagen auszulösen. Diese Gefahr besteht unter anderem in der Schüttgutindustrie: Egal ob Arznei- und Nahrungsmittel, Chemie oder Kunststoffe - organische Materialien, die in pulvriger, körniger oder stückiger Form vorliegen, können unter bestimmten Bedingungen eine Kette bis hin zur Detonation in Gang setzen. Um derart schwerwiegende Katastrophen zu verhindern, kommt es auf das richtige Sicherheitskonzept an. IEP Technologies, der Safety-Experte des Hoerbiger-Konzerns, erklärt, wie Funkenerkennungstechnologien die Gefahren vermindern, noch bevor ein Brand oder eine Explosion entstehen.

Mühlen, Filteranlagen, Siebe und Förderer - das sind nur einige der Gefahrenorte bei der Verarbeitung von Schüttgut. Denn dort treffen häufig sämtliche Voraussetzungen für eine Staubexplosion aufeinander: Staub, geschlossene Behälter und eine hinreichende Menge an Sauerstoff. Hinzu kommt, dass Betreiber von beispielsweise Mühlen und Mahlanlagen oft keine Kenntnis darüber haben, welche unerwünschten Bestandteile in ihrem Schüttgut enthalten sind. So kann es vorkommen, dass sich in einem Produktionsprozess metallische Gegenstände, wie beispielsweise Schrauben oder Steinchen befinden, die dann in den schnell laufenden Maschinen zu potenziellen Zündquellen werden.

Zündquellen rechtzeitig erkennen

Um Funkenentstehung und die Bildung von Glutnestern zu verhindern, ist eine Erdung der Anlagen als Präventionsstrategie durch die Maschinenrichtlinien vorgegeben. Bereits seit vielen Jahrzehnten werden zudem Funkenerkennungs- und Löschsysteme an kritischen Stellen in Anlagen und Produktionsprozessen installiert, falls es trotz Erdung zu einem Funkenflug kommt. Mithilfe eines solchen Systems können Funken und Glimmnester innerhalb weniger Millisekunden erkannt und durch ein Löschmittel unschädlich gemacht werden. Zudem ermöglichen es spezielle Detektoren, auch heiße Partikel zu erkennen, die kein sichtbares Licht abstrahlen und nur schwer mit herkömmlichen Detektoren zu erfassen sind.

Genau dort setzt die Technologie von IEP Atexon an: Die Lösung ist so konstruiert, dass ein einzelner Funkendetektor mit vollem 180-Grad-Sichtfeld die gesamte Querschnittsfläche - beispielsweise eines Absaugrohres - erkennen und bei Bedarf ein Signal auslösen kann. Gegenüber herkömmlichen Modellen, die Funken erst ab einer Temperatur von 700 Grad Celsius erkennen, sichtet das Detektormodell V 300 Ex sogar Zündquellen mit einer Temperatur von nur 300 Grad Celsius. Zu den weiteren Vorteilen des Systems gehören eine schnelle und sichere Montage, bei der kein Schweißen erforderlich ist, sowie eine flache und geschützte Linsenstruktur mit sehr hoher Abriebfestigkeit. Zudem beinhaltet das Modell VF 300 Ex einen Tageslichtfilter, falls doch mal Licht in die Rohrleitung fallen sollte. Beide Detektoren verfügen über eine Atex-Zertifizierung für die Zonen 20, 21 und 22. Wird das Signal ausgelöst, löscht das Löschsystem daraufhin Funken und Glut mit einer geringen Menge Löschwasser, während ein Signalrouter den Löschvorgang steuert und überwacht.

Komplettanwendungen aus einer Hand

Komplexe Anlagen bestehen oft aus der Kombination von Mühle, Rohrleitung und Filter. Diese Tatsache gilt es auch bei dem individuellen Sicherheitskonzept zu berücksichtigen. In der Regel sind die Mühle und der Filter durch Vorrichtungen zur Druckentlastung oder Explosionsunterdrückung geschützt, während kurz vor dem Filter die Funkendetektion eingesetzt wird: Konstruktiver Explosionsschutz und -prävention bilden zusammen ein Gesamtkonzept für die Sicherheit von Produktionsanlagen. „Mit einem Komplettanbieter profitieren Anlagenbetreiber nicht nur davon, dass die Explosionsschutzsysteme nahtlos ineinandergreifen, sondern auch von einer Kostenersparnis sowie einer klaren Zuordnung der Verantwortlichkeiten, der Haftung und der Garantieleistung“, erläutert Markus Häseli, Geschäftsführer Deutschland und Director of Sales Europe bei IEP Technologies. „Der beste Explosionsschutz-Anbieter ist allerdings nicht derjenige, der pauschale Forderungen des Kunden bedenkenlos akzeptiert. Gefragt ist stattdessen jemand, der die Einsatzbedingungen exakt evaluiert und weiß, wann eine Technologie an ihre Grenzen stößt und wann eine Anlage auch mit weniger Aufwand geschützt werden kann.“
 

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