Neue Statistik der Chemiestudiengänge: Mehr Studienanfänger und Doktoranden

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit

2017 haben sich wieder mehr Menschen für ein Chemiestudium entschieden. Und auch die Zahl an Doktorandinnen und Doktoranden erreichte einen neuen Höchstwert. Das vermeldet die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in ihrer jährlichen Statistik für Chemiestudiengänge. Ein Großteil der Studierenden durchläuft den klassischen Werdegang und absolviert nach dem Bachelor- auch den Masterabschluss. Die meisten Universitätsabsolventen schließen eine Promotion an. Der Einstieg ins Berufsleben fiel den Absolventen 2017 etwas leichter als in den Vorjahren.

Seit 1952 erhebt die GDCh jährlich umfangreiche statistische Daten zu den Chemiestudiengängen. Die Statistik 2017 basiert auf den Daten der Bachelor- und Master-Studiengänge der Chemie/Wirtschaftschemie, Biochemie/Life Sciences sowie deren vereinzelten Diplomstudiengängen. Auch das Studienfach Lebensmittelchemie und Chemiestudiengänge an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) wurden berücksichtigt. Erhoben wurden neben den Anfänger- und Studierendenzahlen auch die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen sowie die jeweiligen Noten und Studiendauer. Auch Angaben zum Berufseinstieg nach dem Bachelor-, Master- und Promotionsabschluss wurden abgefragt.

Im Jahr 2017 begannen insgesamt 11 339 Anfänger einen Chemiestudiengang. Die Universitäten meldeten 2.486 Bachelor- und 2.444 Masterabsolventen im Bereich Chemie/Wirtschaftschemie. Die Studiendauer betrug im Median 6,6 Semester für einen Bachelorabschluss und 4,6 Semester für einen Masterabschluss. 2019 Personen promovierten im Jahr 2017 in Chemie. Die Promotionsdauer lag im Median bei 8,0 Semestern. In der Biochemie und Life Sciences wurden 867 Bachelor- und 828 Master-Absolventen gemeldet, dazu 251 Promotionen. Hier fiel die Studiendauer mit 6,4 Semestern für den Bachelor und 4,5 Semestern für den Master etwas niedriger aus als im Chemie-Studiengang. Die Promotionsdauer lag im Median mit 8,7 Semestern wie in den vergangenen Jahren deutlich höher. An HAW beendeten 925 Studierende ihr Bachelor- und 482 ihr Master-Studium. In Lebensmittelchemie absolvierten 220 Personen die Hauptprüfung A oder die Diplomprüfung. 169 Studierende bestanden die Hauptprüfung Teil B. Außerdem meldeten die Universitäten 150 Bachelor- und 93 Master-Abschlüsse sowie 55 Promotionen.

Nahezu alle Bachelor-Absolventen an Universitäten und 70 Prozent an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) schlossen ein Master-Studium an. Rund 86 Prozent der Master-Absolventen an Universitäten und 12 Prozent der Master-Absolventen an den HAW begannen eine Promotion. Die Anzahl der Doktoranden in der Chemie erreicht in diesem Jahr ihren Höchststand seit Aufzeichnung. Die Anzahl an Promotionen verbleibt ebenfalls auf Höchststandniveau. Von 60 Prozent der promovierten Absolventen in Chemie ist der erste Schritt in das Berufsleben bekannt. Demnach fiel den Berufseinsteigern 2017 der Eintritt in den Arbeitsmarkt etwas leichter als im Vorjahr. Nach Angaben der Hochschulen wurden 35 Prozent der frisch promovierten Chemiker in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingestellt, 11 Prozent traten eine Stelle in der übrigen Wirtschaft an. 12 Prozent gingen nach der Promotion zunächst ins Ausland, in den meisten Fällen zu einem Postdoc-Aufenthalt. 20 Prozent starteten auf einer zunächst befristeten Stelle im Inland (inkl. Postdocs). 4 Prozent fanden in anderen Bereichen des Öffentlichen Dienstes eine Anstellung. Vorübergehend stellensuchend waren 11 Prozent (2016: 14,5 Prozent) – bedingt auch durch den Zeitpunkt der Erhebung.
 

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