BASF verbucht 1,4 Milliarden Euro Verlust für Gesamtjahr 2022

Wintershall Dea plant vollständigen Rückzug aus Russland

Wintershall Dea

BASF hat seine vorläufigen Zahlen für das Gesamtjahr 2022 vorgelegt. Der Chemiekonzern konnte demnach mit 87,3 Milliarden Euro rund elf Prozent mehr Umsatz im Vergleich zu 78,6 Milliarden Euro im Jahr 2021 erwirtschaften. Ausschlaggebend für den Umsatzanstieg waren höhere Preise und positive Währungseffekte. Die Mengen wirkten umsatzmindernd.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit der BASF-Gruppe lag mit 6,5 Milliarden Euro unter dem Wert des Vorjahres in Höhe von 7,7 Milliarden Euro. Darin enthalten sind nicht-zahlungswirksame Wertberichtigungen auf eine Anlage im Segment Chemicals. Als Ergebnis nach Steuern verbucht der Konzern einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn in Höhe von 5,5 Milliarden Euro erzielt wurde. Der Grund sind nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf die Beteiligung an Wintershall Dea in Höhe von rund 7,3 Milliarden Euro, davon 5,4 Milliarden Euro im 4. Quartal 2022. BASF hält rund 70 Prozent der Anteile an Wintershall Dea. Die Abschreibungen resultieren insbesondere aus der Entkonsolidierung der russischen Explorations- und Produktionsaktivitäten von Wintershall Dea aufgrund des weitgehenden Entfalls tatsächlicher Einflussmöglichkeiten und wirtschaftlicher Enteignung.

BASF-Tochter in Russland de facto enteignet

Mario Mehren, CEO von Wintershall Dea, erklärte dazu: „Wintershall Dea wird ihre Aktivitäten in Russland beenden. Eine Fortführung unseres Geschäftes in Russland ist nicht tragbar. Russlands Angriffskrieg ist nicht vereinbar mit unseren Werten. Er hat die Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa zerstört. In den vergangenen Monaten hat die russische Regierung die Tätigkeit westlicher Unternehmen im Land eingeschränkt. Zusätzlich haben externe Eingriffe in die Aktivitäten unserer Joint Ventures dazu geführt, dass Wintershall Dea nicht wie bisher in Russland tätig sein kann. Die Joint Ventures wurden de facto wirtschaftlich enteignet."

Wintershall Dea plant einen vollständigen geordneten Rückzug aus Russland unter Einhaltung aller anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen. Entsprechend wurden die russischen Beteiligungen von der BASF-Tochter neu bewertet sowie Wertberichtigungen auf das europäische Gastransport-Geschäft der Gesellschaft vorgenommen, einschließlich einer vollständigen Wertberichtigung der Beteiligung an Nord Stream. Den endgültigen Bericht 2022 wird BASF am 24. Februar 2023 veröffentlichen.
 

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